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Tag 280: Unvergänglich

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Heute sind es 40 Wochen. dass Sonjas und mein erstes Leben vergangen ist. Die Zahl 40 hat in der christlichen und jüdischen Kultur eine hohe symbolische Bedeutung: Das Volk Israel zog 40 Tage durch die Wüste, die Fastenzeit dauert 40 Tage, bei der Sintflut währte der Dauerregen 40 Tage.  Der Zufall will es, dass dieser Tag auf den 15. April fällt: Heute, vor 112 Jahren ereignete sich die wohl größte und bekannteste Schiffskatastrophe: Die RMS Titanic sank innerhalb weniger Stunden nach einer Kollision mit einem Eisberg im Nordatlantik, 1514 Menschen fanden ihr Grab in den eisigen Wassern.    Es ist bekannt, dass dieses damals größte Passagierschiff als unsinkbar gegolten hatte. Umso größer war das Presseecho damals, hatte doch die Titanic nicht mal ihre Jungfernfahrt überlebt. Diese unfassbare Katastrophe und Tragödie steht gleichsam für die menschliche Hybris, sich über die Natur hinwegsetzen zu können wie auch für  das Ende des viktorianischen Zeitalters mit seiner Klassengesellschaf

Tag 274: Abgrenzungen

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Ostern ist vorbei, die Osterferien liegen hinter uns und damit das letzte große Fest im Trauerjahr. Man könnte sagen: Wir haben's ein Stück weit geschafft! Es geht stramm auf die Sommerferien zu, diese beginnen in Niedersachsen dieses Jahr bereits am 22. Juni, also verhältnismäßig früh. Veronikas erster Todestag wird somit mitten in die Sommerferien fallen.  Ich hatte gestern Abend ein Gespräch mit einer "Mitwitwe" und wir kamen zu der Einsicht, dass ein so gewaltiger Umbruch im Leben auch viele andere Veränderungen in der betroffenen Person auslöst: Durchgemachte, verarbeitet geglaubte oder latent vorhandene Lebenskrisen kommen wieder zum Vorschein. Ich vergleiche das mit einem Gewässer, in dem sich Sedimente am Boden abgelagert haben: Wenn das darüber liegende Wasser sehr stark aufgewühlt wird und in Bewegung gerät, kommen auch die Sedimente wieder in Wallung und trüben das klare Wasser. In der Psychologie spricht man von "Triggern": Erlebte Krisensituationen

Tag 266: Ostern und ein Jahr später

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Auf Facebook bekommt man "Erinnerungen" in Form früher geposteter Fotos angezeigt. Ich bekam heute vom Algorithmus dieses Bild in den Feed gespült. Heute ist Ostermontag, der erste "ohne" für Sonja und mich. Vor einem Jahr war es ein Samstag und damit ein ganz "normaler" 1. April. Die Aufnahme zeigt meine drei Damen mit ihren acht Beinen im InterCity auf der Fahrt von Göttingen nach Würzburg. Es war, ohne dass wir es zu jedem Zeitpunkt wussten, unsere letzte gemeinsame Reise: Wir fuhren zuerst zu Veronikas Tante nach Würzburg, dann zu ihrem Vater nach Brannenburg, am Schluss zu meiner Mutter nach München. Wir haben alle Verwandten besucht, was wir oft in den Osterferien getan hatten. Veronika war damals noch mobil, wenn auch schon sichtbar durch den Krebs geschwächt. Zudem bekamen wir während dieser Reise einen Anruf aus dem Göttinger Uniklinikum, dass man weitere Tumorherde gefunden hatte. Die onkologisch-medizinische Situation verschärfte sich also zuseh

Tag 257: Jubeltag

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Nach 28 Jahren habe ich gestern den Übergang in mein neues Lebensjahr erstmalig wieder ohne Veronika gefeiert. Genau wie 1996 fiel mein Geburtstag heuer auf einen Freitag. Gefeiert habe ich im engsten Familien- und Freundeskreis. Man könnte sagen, ich habe einen weiteren Schritt im ersten Trauerjahr hinter mich gebracht, den ersten eigenen Geburtstag "ohne".  Dass ich einen schönen, entspannnten und auch lustigen Abend hatte, zeigt mir, dass das Leben weitergeht und die schönen Dinge im Leben und Trauermomente sich nicht gegenseitig ausschließen. Veronika und ich haben seit der Rückfalldiagnose im Sommer 2020, aber insbesondere, seit klar war, dass der Krebs nicht mehr zu heilen wäre, viel gelernt: Uns ist es in den Jahren 2021 und 2022 gelungen, trotz des sich auftuenden Abgrunds unser Leben immer wieder aufs Neue zu bejahen, jeden Tag als kostbares Geschenk zu begreifen und ihn so zu leben, als sei es der letzte (gemeinsame). Seit dem letzten Sommer ist es mir gelungen, die

Tag 255: Allegra

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In unserer Heimat Niedersachsen sind seit Beginn dieser Woche Osterferien. Sonja, Isa und ich haben uns wieder auf Reisen begeben. Da Sonja eine gewisse Vorliebe für die Schweizer Alpen entwickelt hat, sind wir diesmal in Scuol im Unterengadin, ein weiteres Mal in der Schweiz. Durch diesen Ort fließt ebenso wie durch den Ort mit Veronikas Elternhaus (Brannenburg in Oberbayern) der Inn. Bei Brannenburg ist dieser bereits ein gemächlicher breiter Fluss auf dem Weg zur Donau. Hier, gut 200 Kilometer weiter flussaufwärts, ist er kaum mehr als ein Gebirgsbach.  Die Gegend hier wirkt an vielen Stellen wie aus einem Bilderbuch: traditionelle Bauernhäuser mit trutzigen Mauern, Außenfresken und kleinen Fenstern, akkurate gepflegte Dorfstraßen, dunkle Tannen, grüne Wiesen im Sonnenschein und - zu dieser Jahreszeit - schneebedeckte Gipfel. Für Zugliebhaber wie mich gehören die bekannten roten Züge der Rhätischen Bahn unbedingt zum Reiseerlebnis dazu.  Ich wollte diesen Ort schon lange einmal bes

Tag 249: Iden des März

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Wir schreiben den 15. März und damit die Iden des März. Das war im römischen Kalender die Bezeichnung für dieses Datum und heute vor 2068 Jahren, 44 vor Christi Geburt, wurde Iulius Cäsar durch mehrere Dolchstöße ermordet. Kurz zuvor hatte er sich noch zum Diktator auf Lebenszeit ernennen lassen, danach war die Römische Republik Geschichte. Der Name Caesar lebt heute weiter im Deutschen Kaiser , aber auch im russischen Zar . Wer so wie Veronika und ich noch Lateinunterricht über sich ergehen lassen durfte, kam um Caesars Aufzeichnungen über den Gallischen Krieg nicht herum. Deshalb sind die Sympathien für diesen Feldherrn und späteren Alleinherrscher meistens nicht besonders groß. Das zeigt sich auch in der etwas tölpelhaften Darstellung der Figur Caesars in den Comics und Filmen mit Asterix und Obelix. Die lateinische Datumsbezeichnung Iden ist eine gebräuchliche Metapher für anstehendes Unheil. Vor vier Jahren, am 15. März 2020 zog die Covid-19-Pandemie herauf, die Grenzen zu Deuts

Tag 246: Stille

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Es ist Vormittag, unsere Hundedame hat es sich auf meinem Schoß gemütlich gemacht, Sonja erfüllt ihre Schulpflicht und es ist ruhig im Haus. Draußen mag der Hochnebel nicht so recht weichen, so schwindet die nächtliche Kälte nur langsam. Auch die Vögel haben dabei keine Lust auf ihren Gesang. Zudem ist es fast windstill. Und so ist es auch im und ums Haus still. Und diese Stille ist etwas, was mir immer wieder auffällt, wenn ich an die gleiche Jahreszeit vor einem Jahr denke: Damals verschlechterte sich Veronikas Zustand langsam, aber stetig, die Ärzte am Uniklinikum waren auf dem Weg in den Panikmodus, probierten eine neue Therapie, die auch nicht so wirklich wirken wollte. Aber: Auch wenn sie schon sehr oft zu ambulanten Terminen in der Klinik war, so war doch mehr Leben im Haus. Vormittags hörte ich sie an ihrem Schreibtisch sitzen, um die Mittagszeit aus der Küche, am Nachmittag aus der Waschküche, abends übten Sonja und Veronika zusammen Gitarre. Später, wenn ich mich nach zehn in

Tag 234: Bäckereien

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Paare entwickeln im Lauf ihres Zusammenlebens Gewohnheiten, manchmal sogar Eigenheiten. Je länger, desto mehr, weil man sich ja irgendwie immer besser aufeinander einstellt, aneinander gewöhnt und an die Eigenheiten des/der anderen gewöhnt. Veronika und ich bildeten da keine Ausnahme. Manche unserer "Spielchen" und Sprüche waren für dritte wahrscheinlich irgendwo zwischen unverständlich und anstrengend. Wir selbst haben sie natürlich geliebt. Und mir gelingt es heute noch, über manche davon zu lachen, auch wenn ich das eben nun alleine machen muss. Eine andere - für dritte weniger nervige - Vorliebe habe ich beibehalten: Veronika und ich liebten Bäckerei-Cafés. In jeder Stadt existieren Bäckereiketten, die in ihren Outlets Selbstbedienungs-Cafés betreiben. In der Regel werden dort Gebäckwaren und Kaffee verkauft, manchmal ist auch Frühstück im Angebot, Selbstbedienung ist Standard.  Wir haben in den letzten Jahren viel Zeit in diesen Einrichtungen verbracht, oft trafen wir un

Tag 224: Akzeptanz

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Es tut mir oft weh, das zu Sonja sagen zu müssen: "Unsere Situation ist Sch...., aber es ändert nichts daran, wenn wir uns das immer wieder selbst sagen. Wir können es nur akzeptieren und einen Fuß vor den anderen setzen, was wir jeden Tag wieder aufs Neue tun."  Natürlich geht eine zehnjährige anders mit so einer Situation um als ein Endvierziger. Natürlich ist es - meiner Meinung nach - etwas Anderes, viel Schwerwiegenderes, die Mutter in jungen Jahren zu verlieren, als die Ehefrau in mittleren Jahren. Ich hatte von Veronika alles, was ich bekommen konnte, und Sonja sitzt als absolutes "Highlight" gerade wenige Meter von mir entfernt und erledigt verantwortungsvoll und selbständig ihre Hausaufgaben. Ich bewundere meine Tochter dafür, dass sie trotz ihrer schweren Last im Großen und Ganzen ein ausgeglichenes Kind ist und keinerlei Schul- oder sonstige Probleme verursacht. Immer wieder sagt sie mir, sie kann es nicht akzeptieren, keine Mama mehr zu haben, sie kann d

Tag 214: Geburtstagsbrief

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Liebe Veronika, heute wäre (ist?) dein Geburtstag. Der erste, den wir nach mehr als einem Vierteljahrhundert nicht zusammen feiern. Ich erinnere mich noch an den ersten gemeinsamen 9.2, das war vor 26 Jahren. Damals fiel dein (25.) Geburtstag auf einen Sonntag und ich kam nach meinem Dienst im Kino zu dir. Du hattest gerade deine Magisterarbeit abgegeben und warst bei deinen Freunden in Belgien zu Besuch. Ich hatte dir ein Set mit zwei Teetassen aus Keramik geschenkt, weil ich schon wusste, dass du leidenschaftliche Teetrinkerin bist. Durch dich habe ich gelernt, gerne Tee zu trinken. Heute haben einige Leute hier angerufen, anlässlich deines Geburtstags, vor allem aber, um sich nach Sonja und mir zu erkundigen. Weißt du noch? Die letzten beiden großen Geburtstagsparties haben wir 2019 (in der alten Wohnung) und 2020 (im neuen Haus) gefeiert. Dann kam Covid und im Jahr 2022, als der Pandemie-Spuk weitgehend vorbei war, hattest du schon nicht mehr wirklich die Energie für ein großes Fes

Tag 207: Lichtmess und ein Haarschnitt

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Heute ist Lichtmess. Und ich war beim Friseur. Hängt das irgendwie zusammen? Eigentlich nicht, den Termin bekam ich zufällig. Aber ich erlaube mir mal, einen Zusammenhang herzustellen: Mariä Lichtmess ist genau 40 Tage nach Weihnachten und bedeutete traditionell das Ende der Weihnachtszeit. So haben wir heute im Haus auch die letzte Weihnachtsdeko entfernt. Auch weltlich hatte dieses Datum eine Bedeutung: Die Dienstmägde und Knechte bekamen ihren Lohn, wurden entlassen oder weiterbeschäftigt. Die landwirtschaftliche Arbeit verlagerte sich langsam nach draußen.  Auf meinem Kopf war fast 30 Wochen Wildwuchs ein Schnitt fällig. Ich erinnere daran, dass ich mir an Veronikas Todestag eine Glatze scheren lassen hatte. Ich hatte dies getan im Andenken an Veronikas zahlreiche Chemotherapien, deren sichtbarstes Zeichen oftmals ein Haarausfall und eine daraus resultierende "Chemoglatze" ist. Wer sich durch Blogs oder Instagramaccounts von Krebspatienten klickt, entdeckt oft, dass der e

Tag 204: Falsch abgebogen

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Veronikas viel zu früher tragischer Tod ist - wenn man der Statistik glaubt - eine Verkettung unglücklicher, bitterer Umstände. Im Alter von 51 ist das Mammakarzinom die häufigste Todesursache bei Frauen, wobei das Risiko, daran zu versterben in Veronikas Alter bei etwa einem halben Prozent liegt. (Quelle: Statista ). Ja,  ich wage heute mal einen laienhaften Ausflug in die Medizinstatistik, auch um zu zeigen, dass das Schicksal mit uns nicht gerade gnädig war. Wenn eine Patientin (oder ein Patient, ja, auch das gibt es) in relativ jungen Jahren die Diagnose Brustkrebs erhält, ist es erstmal ein Schock, das Vertrauen in das fehlerfreie Funktionieren des eigenen Körpers geht schlagartig verloren. Auf der anderen Seite: Man/Frau ist nicht allein: Langzeitüberlebende Patientinnen sind in den Medien, durch Bücher und Vorträge bekannt, als Vertreterin führe ich hier  Annette Rexrodt von Fircks  ins Feld, die seit 1998 mit dieser Krankheit lebt und allen Prognosen trotzt. Solche Bespiele mac

Tag 200: Veränderung

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200 Tage sind vergangen. Ich habe gerade das Gefühl, die Zeit rast. An Tag 100 waren wir drei im Ospizio Bernina. Das kommt mir vor, als sei es erst vor wenigen Tagen gewesen. Vor 200 Tagen standen Sonja und ich vor vollendeten Tatsachen, sie Halbwaise, ich Witwer. Jener 10. Juli kommt mir hingegen vor, als sei er eine Ewigkeit her.  Vielleicht liegt das unterschiedliche Zeitempfinden für diese zwei 100-Tages-Zeiträume daran, dass sich im ersten 100-Tages-Zeitraum mehr verändert hat, als im zweiten 100-Tages-Zeitraum. Es hat sich - naturgemäß - eine Menge in unserem Leben gewandelt: Vieles, was im Alltag von Veronika und mir gemeinsam "gestemmt" wurde, liegt nun auf meinen Schultern. Diese erweisen sich als stärker und tragfähiger, als ich es erwartet hätte. Meine Hausmannfähigkeiten verbessern sich langsam aber stetig: Das Haus versinkt nicht im Chaos, es gibt nicht jeden Tag Tiefkühlkost und unsere Hundedame kommt auf ihre Gassikosten. Sonja kommt mit den Anforderungen der

Tag 198: Gedanken - Sätze im Konjunktiv II

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Wie wäre es, wenn ich nach Hause kommen würde, und es wäre alles "wie früher"? Wie würde unser Leben aussehen, wenn es die ganze Krebssch.... nie gegeben hätte? Worum hätten wir uns vielleicht dann in den letzten Jahren Sorgen gemacht? Hätte man den Tumor doch früher erkennen können? Hätte eine frühere Diagnose am Ende irgendeinen Vorteil gehabt? Hätte es etwas gebracht, von vornherein eine stärkere Therapie als vorgesehen anzuwenden? Wäre es besser gewesen, die letzte angebotene Off-Label-Therapie doch noch mitzunehmen? Hätte es einen großen Unterschied bei der Lebenszeit gemacht, auf die quälenden Chemotherapien zu verzichten? Hätten wir doch irgendeine alternativmedizinische Methode ausprobieren sollen? Hätten Sonja und ich die letzten Tage im Juli 2023 doch in Göttingen bleiben sollen, anstatt an die Nordsee zu fahren? Hätten Veronika und ich uns noch irgendetwas zu sagen gehabt, als letzte Abschiedsworte? Hätte ich mich am 5.7.2023 noch einmal umdrehen sollen, bevor ich

Tag 188: Anpassung

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Es ist Mitte Januar. Das neue Jahr 2024 ist noch keine zwei Wochen alt. Ich persönlich mag den Januar nicht: Die süßlich-einlullende Gemütlichkeit der Weihnachtszeit ist passé, der Winter zeigt sich - so wie in diesen Tagen - von seiner unbequemen Seite: Die Tage sind (noch) kurz, die Temperaturen niedrig, die Luftfeuchtigkeit hoch, das blaue Band des erlösenden Frühlings flattert noch lange nicht am Horizont. Bitte nicht falsch verstehen: Ich mochte diese Jahreszeit noch nie. Als Philologe werfe ich gerne einen sprachwissenschaftlichen Blick auf Dinge, und so mache ich das mal für den laufenden Monat: Er heißt noch dem zweigesichtigen römischen Gott Ianus, der für den Anfang und das Ende zugleich steht, aber auch für alle Türen und Tore. Jetzt, nach dem Ende des Jahres 2023, merke ich täglich, dass nicht nur die Jahreszeit, sondern auch die Lebensphase irgendein Zwischending zwischen Anfang und Ende ist. Insbesondere Sonja wird es in diesen Tagen bewusst, dass ihre ungewollte neue Leb

Tag 184: Ein halbes Jahr

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Heute ist seit Veronikas Tod genau ein halbes Jahr vergangen - eigentlich nicht viel Zeit und doch hat sich so vieles verändert. Ich kann es manchmal kaum glauben, dass es erst sechs Monate her ist, dass Veronika von unerträglichen Ihrem Leiden erlöst wurde. Es macht mir gerade das Leben leichter und mir tut der Gedanken gut, dass heute die erste Hälfte des "Trauerjahres" im klassischen Sinne zu Ende ist. Auch meine "Haarpracht" normalisiert sich ein halbes Jahr "danach" erstaunlich schnell. Mir wird immer wieder bewusst, dass - mit dieser schweren Form von Krebs - Veronikas verfrühter Tod unabwendbar war. Ich hatte in den letzten Jahren oft das Gefühl, mich in hohem Tempo auf eine hohe, undurchdringbare Wand zuzubewegen, ohne die Möglichkeit zu bremsen oder auszuweichen. Ich wusste nicht, was ihr Tod mit mir machen würde. Heute vor einem halben Jahr um diese Uhrzeit wusste ich: Sie hat es hinter sich, sie braucht nicht mehr zu leiden. Sie konnte diesen Kö

Tag 175: Hoffnung

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Liebes Jahr 2024, komm herein. Und bitte, bitte, bitte: Zeig Sonja und mir, dass das Leben schön sein kann, verdammt schön sogar! Komm mit positiven Überraschungen, bring uns Freundschaft, Liebe, Lachen, Glück, spannende Reisen, tolle Menschen, wohltuende Erinnerungen. Du bist in diesem Moment ein unbeschriebenes Blatt und deine Geschichte will mit diesen Themen geschrieben werden. Und das bitte auch bei all den Menschen, die uns wichtig sind - und vielleicht noch werden. Kannst du uns und allen lieben Menschen bitte helfen, solche Geschichten zu schreiben?   Denn ich finde: Nicht nur Sonja und ich haben dich so verdient.  Was meinst du dazu? Benni (oder lieber Benjamin?) P.S.: Ich werde hier beobachten, wie die Sonne langsam aber sicher immer höher steigt, die Tage länger werden, das Licht heller, die Nächte weniger schwer. Sonnenaufgang (Göttingen):    0 8:26 Sonnenuntergang (Göttingen): 16:21